Im
Rahmen des BMBF-Projekts ALERT wurden mit Blick auf
eine nachhaltige Beeinflussung der Mobilität im
Bereich Alltags- und Erlebnisfreizeit wissenschaftlich
fundierte Erklärungs- und Gestaltungsansätze
anwendungsbezogen entwickelt, erprobt und optimiert.
Voraussetzung für eine effiziente
Verhaltensbeeinflussung ist die Entwicklung eines
theoretischen Rahmens für die Abgrenzung und
Differenzierung von Freizeit und Freizeitaktivitäten
sowie eines Ansatzes zur Erklärung des Mobilitätsverhaltens
in der Freizeit.
Um die hierfür benötigten
empirischen Daten in der geforderten Qualität zu
erhalten, war die methodische Weiterentwicklung von
Erhebungs-, Analyse- und Prognoseinstrumenten der
Freizeitmobilitätsforschung ein weiterer Schwerpunkt
des Projekts.
Auf Grundlage der genannten Erklärungsansätze
und Methoden wurden exemplarisch im Rahmen von zwei
Demonstrationsvorhaben konkrete Handlungsansätze und
Maßnahmen ("Interventionen") implementiert
und umgesetzt. Diese spezifischen Interventionen wurden anschließend einer Evaluation unterzogen, um
ihre Wirksamkeit bzgl. der Beeinflussung des
Freizeitmobilitätsverhaltens beurteilen zu können.
Gegenstandsbereiche:
Das Projekt ALERT gliederte sich inhaltlich in die beiden Bereiche
- wissenschaftliche Grundlagen und
- Demonstrationsvorhaben.
Hieraus ergab sich auch eine Phasengliederung der Projektarbeiten,
da die Ergebnisse aus dem Grundlagenbereich (Methoden und
Erklärungsansätze) Voraussetzungen für
- Maßnahmenimplementierung und
- Maßnahmenevaluation in den beiden Demonstrationsvorhaben
darstellten:
Empirische
Erhebungen:
Sowohl
im Bereich der wissenschaftlichen Grundlagenarbeit als
auch im Rahmen der beiden Demonstrationsvorhaben waren
empirische Erhebungen erforderlich. Im
Grundlagenbereich waren drei verschiedene
Erhebungsarten vorgesehen:
- bundesweite schriftliche Haushaltsbefragung zur Abgrenzung
des Freizeitbegriffs und Kategorisierung von
Freizeitverkehr
- regionale schriftliche Haushaltsbefragungen im
Einzugsbereich der
Demonstratoren zur Erhebung der Erscheinungsformen
von Freizeitverkehr mit Hilfe von Mobilitätstagebüchern
- regional begrenzte Befragung in Form von mündlich-persönlichen
Tiefeninterviews zu den subjektiven Bedürfnissen,
Motiven und Entscheidungsprozessen im
Freizeitmobilitätsverhalten.
Im Rahmen der demonstratorbezogenen
Verkehrsanalysen und Evaluationsaktivitäten waren ebenfalls verschiedene empirische Erhebungen im
Vorher- und Nachher-Zeitraum vorgesehen: Je nach
Demonstrator war der Vorher- und Nachher-Zeitraum
unterschiedlich definiert.
|
Demonstrator |
Vorher-Zeitraum |
Nachher-Zeitraum |
|
Landesgartenschau
(LGS)
Ostfildern 2002
|
Zeitraum
während der LGS
(April bis Oktober 2002) |
Zeitraum
nach dem Ende der LGS nach Einsetzen der Maßnahme
für Verhaltensbeeinflussung |
|
Cospudener
See |
Zeitraum
vor Inkraftsetzung der Maßnahmen zur
Verhaltensbeeinflussung |
Zeitraum
nach Inkraftsetzung der Maßnahmen zur
Verhaltensbeeinflussung |
Die
vorgesehenen demonstratorbezogenen Erhebungen lassen
sich wie folgt gliedern:
- Zählungen, Beobachtungen und Befragungen zur
Erfassung der örtlichen Verkehrssituation
(Verkehrsaufkommen, Modal Split, Netzbelastungen,
tages- und jahreszeitliche Verkehrsverteilung,
ruhender Verkehr, Fahrrad- und Fußgängerverkehr)
im Vorher- und Nachher-Zeitraum sowie Besucherzählungen
und Besucherbeobachungen als Hochrechnungsrahmen
- Befragungen der Nutzer der Freizeiteinrichtungen
(Demonstratoren) zum Informations-, Aktivitäts-
und Mobilitätsverhalten im Vorher- und
Nachher-Zeitraum
Im einzelnen waren folgende Erhebungen
vorgesehen:
- Bundesweite schriftliche Haushaltsbefragung zum
subjektiven Freizeitbegriff (n~ 1000)
- Schriftliche Haushaltsbefragung zum
Freizeitmobilitätsverhalten in Form einer
Tagebucherhebung bei
- Haushalten im Einzugsbereich des Titisees (n~
500)
- Haushalten im Einzugsbereich des Demonstrators
Cospudener See